Ein Numbers Game

Viele Arbeitssuchende stoßen bei der Bewerbung momentan auf ein Phänomen – Ghosting. Gleichzeitig erschweren Entwicklungen am aktuellen Arbeitsmarkt jungen Jobsuchenden den Berufseinstieg. Während der Ghosting-Trend nicht neu ist, stehen viele Bewerbende vor neuen Herausforderungen.

– Sarah Schwabe, Gruppe High Performance

Illustration Anna Seeber

Jannik sitzt am Tisch vor seinem Laptop. Die weiße Stein-Halskette, die er trägt, hebt sich deutlich von seinen dunklen Haaren und dem schwarzen T-Shirt ab. Er wirkt ruhig, dennoch angespannt. Seine Sorgen versucht er mit einem Lächeln zu überspielen. Er klappt den Laptop auf und öffnet eine Datei. „Übersicht Bewerbungen“ hat er sie genannt. Auf dem Bildschirm erscheint eine große vierspaltige Tabelle. In der ersten Spalte stehen Unternehmensnamen, in der Mitte Berufsrollen wie „Junior Sales Manager“ oder „Supply Chain Consultant“, daneben Ortsnamen. Ganz rechts wechseln sich rot und orange markierte Kästchen ab. „1. Gespräch, Absage“, „Absage“ und „kein Lead“ steht da. Mit „kein Lead“ meint Jannik keine Spur – Bewerbungen, die ins Leere laufen.

Vor einem Jahr hat Jannik seinen Master in International Business abgeschlossen. Seitdem ist der 27-jährige Erlanger auf Jobsuche. Genannt werden möchte er hier nur beim Vornamen. Ungefähr 70 Bewerbungen hat Jannik seither geschrieben, schätzt er. Einige davon hält er in einer Excel-Tabelle fest. Rückmeldungen auf seine Bewerbungen bleiben oft aus. „Es ist häufig der Fall, dass die Bewerbungen ins Leere gehen“, sagt Jannik. Damit ist er nicht allein. So wie Jannik geht es aktuell vielen Jobsuchenden.

Ein Großteil der deutschen Jobsuchenden erhält keine Rückmeldung auf ihre Bewerbung. Das geht aus einer Umfrage (des Marktforschungsinstituts Appinio) im Auftrag des Jobportals Indeed, die Anfang März 2026 unter 1.000 Erwerbstätigen zwischen 16 und 66 Jahren durchgeführt wurde, hervor. Demnach gaben 63,5 Prozent der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten keine Rückmeldung vom Arbeitgeber nach einer Bewerbung erhalten zu haben. Knapp ein Viertel sei davon regelmäßig betroffen. Ghosting nennt sich dieses Phänomen. Für 78,3 Prozent der Betroffenen hat das laut der Umfrage in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen.

Auch Sonja stößt mit ihren Bewerbungen häufig auf Ghosting. Mit ihrem richtigen Namen möchte sie nicht genannt werden. Sie ist besorgt, dass sich das negativ auf weitere Bewerbungen auswirken könnte. Die 24-jährige Berlinerin hat Geografie studiert. Ihren Master hat sie im Frühjahr abgeschlossen. Seit September 2025 ist sie bereits auf Jobsuche. Seither habe sie etwa 250 Bewerbungen geschrieben. Auch Vorstellungsgespräche habe sie schon einige geführt. Zu einem Vertragsschluss sei es bisher nicht gekommen, mehrheitlich von Seiten der Arbeitgebenden, zwei- bis dreimal von ihrer Seite. Bei ungefähr 80 Bewerbungen habe sie bisher keine Rückmeldung erhalten. „Weil das teilweise noch laufende Bewerbungsverfahren sind, könnte ich mir vorstellen, dass sich bei maximal 20 noch jemand melden wird, aber Ghosting ist auf jeden Fall ein Ding“, sagt sie.

Das Wort Ghosting stammt aus dem Englischen. Im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache wird es mit „plötzlicher, unangekündigter Kontaktabbruch in einer (potenziellen) Beziehung“ übersetzt. Ghosting ist vor allem aus dem Dating- und Beziehungskontext bekannt. Eine Person beendet den Kontakt schweigend, ohne jegliche Erklärung und verschwindet wie ein Geist (engl. Ghost). Aber auch bei Freundschaften und in der Arbeitswelt kann Ghosting stattfinden. Zum sogenannten Job-Ghosting kommt es vor allem im Bewerbungsprozess. Etwa wenn Arbeitssuchende auf ihre Bewerbung oder im späteren Bewerbungsprozess keine Rückmeldung vom Arbeitgebenden erhalten. Einseitig ist das Phänomen allerdings nicht. Auch auf Seiten der Bewerbenden kann Ghosting stattfinden und der Kontakt zum potenziellen Arbeitgebenden schweigend beendet werden. Momentan scheint jedoch gerade das Ghosting auf Seiten der Arbeitgebenden wieder zu einem Trend zu werden. Das sagt auch Jutta Rump.

Ist Job-Ghosting ein neuer Trend?

Sie ist Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung sowie Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) in Ludwigshafen. Das Ghosting auf Seiten der Arbeitgebenden sei kein neuer Trend, in den letzten Jahren des Arbeitnehmermarktes habe man sich das nur nicht leisten können und es sei zu einer Pause gekommen, sagt sie. „Man kommt jetzt zu einem Verhalten zurück, das man über Jahrzehnte hinweg praktiziert hat. Es ist nur mal zu einer Pause gekommen, weil sich die Machtverhältnisse verändert haben“, erklärt Rump. Ghosting habe auch immer etwas mit Macht zu tun, ob man es könne oder nicht. In der Zeit des Arbeitnehmermarktes hätten vor allem Bewerbende die Arbeitgebenden geghosted. „Das hat es in den letzten fünf Jahren sehr häufig gegeben“, sagt Rump.

Machtlos fühlen sich hingegen momentan die Bewerbenden. Sowohl Jannik als auch Sonja bekommen in ihrem Umfeld einige Ghosting-Fälle mit. Sonja erzählt von einem Fall, wo nur noch die Unterschrift gefehlt und der Bewerber auf den Vertrag gewartet habe. Gehört habe er danach nichts mehr. Weder nach Anrufen noch nach mehreren Mails. „Das ist für mich der am meisten schockierende Ghosting-Fall gewesen, den ich so in meinem näheren Umfeld mitbekommen habe“, erzählt sie. Selbst sei sie schon ein paar Mal nach einem Bewerbungsgespräch geghosted worden. Warum es dazu kommt, kann unterschiedliche Gründe haben.

Warum kommt es zum Ghosting auf Seiten der Arbeitgebenden?

Ein schlechter Prozess oder eine Unterbesetzung in der Personalabteilung können zum Ghosting führen. Auch dass Personalabteilungen unter Druck stehen und von Bewerbungen überschüttet werden, kann ein Grund für fehlende Rückmeldungen sein.

„Wenn sie das digital automatisiert haben, müsste die Bewerbung normalerweise über einen Algorithmus laufen, der zumindest eine automatische Empfangsbestätigung schicken wird“, sagt Rump. Dennoch könne es durchaus passieren, dass in Personalabteilungen, die unter Druck stehen, etwas durchgehe. Für eine Professionalität in dem Prozess spreche das nicht, sagt sie. Auch schlichtweg Schludrigkeit sei ein möglicher Grund, warum Arbeitgebende ghosten. Es könne auch sein, dass es im laufenden Prozess vergessen werde. „Manchmal ist das auch wirklich nichts Böses, sondern einfach, dass es im operativen Tagesgeschäft schlichtweg untergeht“, sagt Rump. „Das entschuldigt nicht, dass das ein schlechter Prozess ist, aber nicht immer ist wirklich eine Absicht dabei.“

Was beim Ghosting ebenfalls eine Rolle spielen könne, sei das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, glaubt Rump. „Wenn Sie jemandem absagen, dann müssen Sie das heutzutage begründen und wenn Sie es begründen, dann kann es durchaus sein, dass Sie es vielleicht nicht professionell begründen und wenn Sie es nicht professionell begründen, dann kann derjenige klagen“, erklärt sie. Keine Antwort bedeute also auch keine Basis für eine Klage. „Unsere Gesetzgebung trägt manchmal auch erheblich dazu bei, dass Betriebe aus reiner Unsicherheit ghosten und weil sie den Prozess nicht komplizierter machen wollen“, sagt Rump.

Ghosting solle eigentlich nicht vorkommen, sagt Oliver Plank, Personalleiter der Stadtwerke München. „Das hat ja was mit Prozesssicherheit zu tun“, sagt er. Dass Fehler in seltenen Fällen vorkommen können, sei nicht auszuschließen, aber im Normalfall werde dies durch saubere Prozesse vermieden.

Womit man aber auch immer rechnen müsse, sei, dass E-Mails im Spam-Filter landen können, die man nicht sieht oder Buchstaben- oder Zahlendreher in Rückmeldeadressen enthalten sein können. Manchmal können Prozesse auch länger dauern. „Speziell jetzt, wo die wirtschaftliche Situation ein bisschen angespannter ist, sind Entscheidungsprozesse im Hintergrund auch ein bisschen länger“, erklärt Plank. Wenn Bewerbende dann nach zwei Wochen schon nervös werden, sei es auch immer eine Interpretationsfrage, was wirklich Ghosting ist und was nicht.

„Bei einer Rückmeldung zum konkreten Prozess, also ob jemand eingeladen wird oder nicht, spielen ja im Hintergrund ein paar Sachen zusammen“, sagt Plank. Dabei könne es auch mal vorkommen, dass jemand im Urlaub sei. Innerhalb von vier Wochen solle aber schon eine Rückmeldung kommen.

„Dann fühlt es sich so an, als wäre das einfach verlorene Zeit“

Egal ob mit Absicht geghosted wird oder nicht, Bewerbende bleiben mit Fragen und Frust zurück. „Es ist ein bisschen ärgerlich, weil man ja auch Zeit und Mühe in die Bewerbung steckt“, erzählt Jannik. „Ich verstehe, dass die viele Bewerber haben, aber es ist auch ein bisschen respektlos gegenüber der Zeit von den Leuten, die sich Mühe geben.“ Außerdem wisse man nicht, ob ein Bewerbungsprozess abgeschlossen ist oder noch irgendwie läuft, wenn man keine Rückmeldung erhalte, sagt er. Das Bewerben habe Jannik ein bisschen damit gleichgesetzt, wie wenn er für eine Klausur lerne. Wenn er zum Beispiel für eine Matheklausur zehn Stunden am Tag Aufgaben mache, dann könne er das irgendwann. Wenn er zehn Stunden Bewerbungen schreibe und keine Antworten bekomme, wirke es, als wäre es umsonst gewesen. „Dann fühlt es sich so an, als wäre das einfach verlorene Zeit und wenn es vor allem dann so ist, dass man sehr wenig Antwort bekommt, dann ist es schon frustrierend“, sagt er.

Auch Sonja geht es ähnlich. Zu Beginn habe sie immer gedacht, dass sie vielleicht noch etwas hört. Inzwischen sei sie ein wenig abgebrüht. „Je nachdem, wie gerne ich die Stelle gehabt hätte, bin ich mehr oder weniger betroffen. Mittlerweile ist es nicht mehr so, dass ich enttäuscht bin, sondern einfach nur noch sauer“, sagt sie.

Schlechtes Timing für Young Professionals am Arbeitsmarkt

Nicht nur das Ghosting erschwert Jannik und Sonja aktuell den Berufseinstieg. Auch Bewerbungen, die nicht ins Leere laufen, bleiben bisher erfolglos. Jannik hat seinen Bachelor mit einem Notenschnitt von 1,5 und seinen Master mit 1,3 abgeschlossen. Er hatte einen Werkstudentenjob und hat ein Praktikum absolviert. Während seiner Zeit im Masterstudium habe er ein Stipendium bekommen und sei Mitglied von Top-Performance-Programmen gewesen. Auch Sonja hat einen Bachelor- und Masterabschluss. Während ihres Studiums war sie als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Auch ein Praktikum hat sie bereits absolviert. Zu Beginn ihres Studiums seien sich beide sicher gewesen, einen Job zu finden. Aber der aktuelle Arbeitsmarkt erschwert vielen jungen Bewerbenden den Berufseinstieg.

Illustration Anna Seeber

Young Professionals haben einen wesentlichen Konkurrenten für den Einstieg in den Arbeitsmarkt bekommen, erklärt Rump. Das sei nicht in allen, aber in vielen Bereichen der Fall. Jobbeschreibungen für den Einstieg sehen häufig wie folgt aus: „Daten sammeln, Daten ordnen, Daten auswerten, Muster erkennen, Texte und Entscheidungen vorbereiten“, sagt sie. Wer das auch könne, sei die KI. „Wir befinden uns in einer wirklich interessanten Phase, in der viele Betriebe beginnen, digitale Automatisierung und künstliche Intelligenz als Assistenzsysteme zu entdecken, ihre Prozesse zu analysieren und zu schauen, wo das möglich ist“, erklärt Rump. Damit sei die Situation gerade mit einem großen Fragezeichen verbunden. Das führe dazu, dass erstmal abgewartet werde, wie sich diese Arbeitsprozesse hinterher gestalten und zurückhaltend eingestellt werde. Zudem komme eine wirtschaftliche Turbulenz hinzu. Als dritten Aspekt nennt Rump, dass viele Unternehmen in den letzten fünf Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung und der bisher diskutierten Nachwuchs- und Fachkräftemangelsituation über Bedarf im Vorgriff auf die vermeintliche demografische Entwicklung eingestellt haben. „Jetzt habe ich über Bedarf eingestellt, bin nun aber mitten in dieser technologischen und prozessualen Veränderung, hinzu kommt eine Rezession, also werde ich nicht einstellen“, erklärt Rump. Die Suchzeiten für Young Professionals lägen daher aktuell zwischen neun und 15 Monaten, sagt sie.

Auch Jannik ist seit einem Jahr und Sonja seit elf Monaten auf Jobsuche. Die aktuelle Situation ist für beide frustrierend. In der Schule bekomme man vermittelt, dass Noten alles seien, erzählt Jannik. „Dann ziehe ich das während des Studiums weiter durch, um dann bessere Chancen am Arbeitsmarkt oder einen guten Einstieg zu haben. Das ist dann jetzt schon ein bisschen ein Dämpfer gewesen“, sagt er. Auch Sonja gehe es in der aktuellen Situation nicht gut. Sie habe immer das Glück und Gefühl gehabt, dass ihr Studium sie erfülle und hätte sich sehr gewünscht, etwas in der Richtung zu finden. „Ich denke aber inzwischen auch über Umschulung, Ausbildung oder Wohnortswechsel nach und das sind Sachen, die ich mir so gar nicht vorgestellt hatte“, sagt sie. Wie sie am besten mit der Situation umgeht, habe sie noch nicht herausgefunden. „Ich bin es gewohnt, mich über meine Arbeit zu definieren. Da ist arbeitslos sein nicht gut“, sagt sie.

„Sie haben angefangen zu studieren, da war der Arbeitsmarkt ein Eldorado für sie und sie hören auf zu studieren und es ist ein Desaster.“
– Jutta Rump

Bewerbende können die Zeit des Suchens nutzen

Der Ansicht, dass junge Akademiker:innen das, was sie studiert haben, nicht machen können, ist Rump nicht. „Ich glaube schon, dass sie eine Alternative haben und dass sich das auch alles wieder beruhigen wird“, sagt sie. Allen, die gerade mit dem Studium fertig werden, rät sie, die Zeit des Suchens zu nutzen. „Geht, macht Kurse und macht euch fit, was digitale Anwendungskompetenz betrifft. Überlegt euch, wie sich euer Themenfeld entwickeln könnte. Schaut rein, denkt proaktiv, was eure Rolle sein wird und nutzt diese Zeit aus“, appelliert sie.

Dass sich der Arbeitsmarkt gerade dreht, werde sich auch in Zukunft wieder ändern. „Wenn sich die wirtschaftlichen Turbulenzen gelegt haben und das Thema digitale Transformation ins Rollen gekommen ist, wirkt die demografische Entwicklung trotzdem noch. Das heißt, auch dann wird es sich wieder drehen“, erklärt Rump. Es sei immer ein Hin und Her. „Im Prinzip gilt, dass immer der, der auswählen kann, Forderungen stellen und seine Position der Stärke auch ausspielen wird.“ Ghosting sei eben eine Ausgestaltungsform dessen.

Sich als Unternehmen jetzt in der Position der Stärke zu glauben, halte Plank für nicht gut beraten. „Für die Profile, die ich dringend brauche, kämpfe ich immer noch am Markt“, erklärt er. Im Hinblick auf das Ghosting sieht er die Gefahr, dass es für Unternehmen imageschädigend sei. „Vielleicht brauche ich genau den Kandidaten später. Wenn ich dem nicht schreibe, dann wird er sich nicht mehr melden, das ist natürlich auch damit verbunden“, sagt Plank. Für Bewerbende sei es demotivierend: „Es ist auch wichtig, eine gewisse Rückmeldung zu erhalten, um zu sehen, warum es nicht funktioniert. Insofern ist das schon ein Hygieneprozess.“

Ist man vom Ghosting durch Arbeitgebende betroffen, empfiehlt Rump, einmal anzurufen. Komme dann keine Antwort, rät sie, es zu lassen. „Tun Sie sich das nicht an, das ist ein Zeichen. Nehmen Sie es so, wie es ist: Er möchte nicht“, sagt sie. Auswirkungen und zukünftige Folgen habe der Ghosting-Trend nicht. „Es ist ein menschliches Phänomen“, sagt die IBE-Direktorin. Weder für Arbeitgebende noch für Bewerbende fühlt es sich gut an, geghosted zu werden und vielleicht würden ein paar aus der Erfahrung heraus lernen. Am Ende des Tages bleibe es aber ein menschliches Phänomen.

Sowohl für Jannik als auch Sonja ist es eine komische und schwierige Situation, in der sie sich gerade befinden. „Es klingt vielleicht ein bisschen gemein, aber es beruhigt schon ein bisschen, dass es anderen genauso geht, sonst würde ich mir Gedanken machen, ob es nur an mir liegt“, sagt Jannik. Auch Sonja geht es ähnlich. Auch wenn geteiltes Leid nichts besser mache, tue es trotzdem gut, dass es vielen ähnlich gehe, sagt sie.

Jannik und Sonja bewerben sich weiter und versuchen, Geduld zu haben. „Das ist aktuell einfach ein Numbers Game, irgendwann klappt es schon“, sagt Jannik. Er schließt die Datei mit der Excel-Tabelle und klappt seinen Laptop zu. Er hofft, dass er seiner Tabelle schon bald ein grünes Kästchen mit dem Wort „Zusage“ hinzufügen und in die Arbeitswelt einsteigen kann.

GUT ZU WISSEN!

Ist eine Lücke im Lebenslauf problematisch?

„Natürlich ist es am schönsten, wenn der Lebenslauf linear durchgeht, aber es gibt 1000 Gründe, warum das eben oft nicht so ist. Ich halte es grundsätzlich für kein Problem, wenn jemand mal eine kleine Lücke hat. Wenn ich alle zwei Jahre zwei Jahre Lücken im Lebenslauf habe, dann sieht es irgendwann blöd aus. Aber im Grunde genommen ist der Übergang vom Studium in die Arbeit eine schwierige Phase, das ist eigentlich das Schwierigste. Wenn man dann mal Erfahrung hat, wird es leichter.“

– Oliver Plank – Personalleiter der Stadtwerke München

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Gruppe High Performance

Leistung ist allgegenwärtig – ob im Studium, im Berufsleben oder auf Social Media. Unsere vier Beiträge zeigen, wie unterschiedlich Leistung sein kann. Das Social-Media-Konzept ordnet den Trend der Hustle Culture ein. Doch selbst der größte Leistungswille nützt wenig, wenn man gar nicht erst eine Chance bekommt, Leistung zu erbringen. Das wird im Feature zum Thema Ghosting im Bewerbungsprozess sichtbar. In unserem Videobeitrag begleiten wir einen Unternehmensberater durch seinen Alltag und beleuchten, warum sich Menschen für einen so leistungsorientierten Beruf entscheiden. Im Gegensatz dazu, handelt der Podcast von Berufen, in denen Leistung nicht direkt sichtbar wird und warum diese überwiegend von Frauen ausgeübt werden. 

(v. l. Sarah Schwabe, Pia Krieg, Emilia Wegscheider, Lilly Danner)